Das ganze Schiff vibriert

Einblicke in Olivia Kudlichs Arbeit: Y4HK, über das Leben an Bord des Kultur.Raumschiffs MS Stubnitz.

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Olivia Kudlich hat es im Sommer 2023 von Linz nach Hamburg gezogen, um sich der Besatzung der MS Stubnitz anzuschließen. Nun präsentiert die Studentin der Studienrichtung Raum&Designstrategien vom 19.–21. Mai in der STWST ihre Abschlussarbeit Y4HK, die ihre Zeit auf dem soziokulturellen Veranstaltungsschiff thematisiert: Ankommen, Kampf gegen Orientierungslosigkeit, einsetzender Alltag, Zustände des Treibens, kollektive Transformation: Es geht um »die Dokumentation von Erfahrungen und Projekten, die an Bord des Kultur.Raumschiffs MS Stubnitz realisiert wurden«.

Olivia Kudlich hat für die Versorgerin außerdem ihr persönliches Ankommen in Bezug auf Stubnitz und STWST reflektiert:

Als ich vor zweieinhalb Jahren über einen STWST-Kontakt zur Stubnitz kam, schien die Verbindung logisch: ähnliches Programm, ähnliche Haltung und mit Armin Medosch sogar eine prägende Figur der MS Stubnitz, die auch Verbindungen zur STWST hatte. Umso überraschender war es, dass an Bord der Stubnitz kaum jemand die STWST kannte. Das einzige Indiz dafür, dass die beiden Projekte sich kennen, war ein Sticker der Versorgerin auf der Tür zum Büro. In Linz dagegen kannten viele aus dem erweiterten STWST-Umfeld die Stubnitz entweder vom Hörensagen oder von früheren Besuchen. Die Frage, die sich mir dadurch von Anfang an gestellt hat: Wie kann es sein, dass sich die STWST mit der Stubnitz verbunden fühlt, jedoch auf der Stubnitz kaum jemand die STWST kennt?

Acht Jahre habe ich in Linz gelebt und studiert. Ich habe mich mit Freund*innen im Café Strom getroffen, Nächte im Saal der STWST durchgetanzt und natürlich kam es auch mal vor, dass ich im Backstage gelandet bin und mich bis in die Morgenstunden verquatscht habe. Jedoch habe ich aber nie wirklich Zugang zu der direkten STWST-Struktur gefunden. Auf der Stubnitz habe ich das Gegenteil erlebt. Durch eine Mail einer Studienkollegin, die im Café Strom gearbeitet hat, wurde der Kontakt zur Stubnitz aufgenommen. Wir wurden gleich eingeladen, konnten bleiben und waren von heute auf morgen ein Teil der Crew. Es ist absurd, denn erst durch die Beziehung zur Stubnitz fand ich den Anschluss zur STWST. Heute erlebe ich hier viel Offenheit, Unterstützung und Vertrauen. Es werden Projekte ermöglicht, die zum Beispiel auf der Stubnitz nicht realisierbar wären. Da heißt es häufig: »Gute Idee, jedoch kein Budget und zu viel Arbeitsaufwand.« Es zeigen sich zwei Realitäten: In einem Projekt ist es schwer, Anschluss zu finden – wenn es ihn gibt, wird dir aber viel ermöglicht. Im anderen Projekt findet man leicht Anschluss, jedoch ist eine Realisierung einzelner Projekte extrem schwer.

Wir lassen das als Stimmungsbild mal so stehen.

Nun folgend eine Montage, die Olivia Kudlichs Masterarbeit entnommen ist.

 

 

 

Zur Connection von MS Stubnitz und STWST

Die MS Stubnitz ist ein hochseetaugliches Industriedenkmal und schwimmender Kulturort in der Hamburger Hafencity. Das Schiff steht seit Jahrzehnten für Non-Mainstream-Kultur und prägt das Hamburger Stadtbild. Connections zur Stadtwerkstatt gab und gibt es vor allem durch eine Geschichte seit den 1990er-Jahren: Die Auseinandersetzungen mit Kunst, Medien und autonomer Struktur führten da und dort zu verschiedenen Ausformungen, die immer wieder in Verbindung standen. In Linz hat sich die Thematisierung von autonomen Zonen, Kunst und Medienkunst innerhalb einer Theorie und Geschichte neuer Kunstkontexte manifestiert, sowie seit den 2010er-Jahren auch ganz praktisch rund um das Stadtwerkstatt-Schiff Eleonore.

 

 

Olivia Kudlich: Das ganze Schiff vibriert
19.-21. Mai: Ausstellung

Foyer der STWST, 1. Stock

21. Mai, 19:00 Uhr – Performance und Präsentation, Saal der STWST

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