»Der menschenwürdige Sinn der Computers wäre es, das Denken der Lebendigen so sehr zu entlasten, dass es Freiheit gewinnt zu dem nicht schon impliziten Wissen.« (Theodor W. Adorno, Anmerkungen zum philosophischen Denken, 1965)
»Digital technology can give you freedom; it can also take your freedom away.« (Richard Stallman, Who Does That Server Really Serve?, 2010)
»Also es gibt einen Standardsatz, den ich mir bis heute einfach mitnehme und der heißt: What you can‘t open, you don‘t own. Und das heißt einfach, was du nicht aufmachen kannst, das besitzt du nicht. Und das beschreibt einfach ganz gut, dass diese Infrastruktur, die wir da herinnen betreiben, in der Stadtwerkstatt einfach aus diesem Selbstverständnis praktisch entstanden ist. Also man will einfach die Zügel in der Hand behalten und einfach wissen, wie Technologie funktioniert. Man will sich nicht abhängig machen von irgendwelchen Unternehmen oder Konzernen. Das war immer der Antriebsmotor von dem Verein.« (Ushi Reiter im Film »Herzblutwiese Stadtwerkstatt«, 2026)
Das letzte Zitat oben deutet es an: Nach jahrelanger Arbeit (die Recherchen begannen 2020) ist der Film von Tanja Brandmayr und Claudia Dworschak zur Stadtwerkstatt aus feministischer Perspektive (unter Mitwirkung vieler anderer) fertiggestellt; Claudia Reiche formuliert Einblicke und Eindrücke über den Film Herzblutwiese Stadtwerkstatt, der heuer auch bei Crossing Europe zu sehen ist (spoiler alert: die Mühen haben sich gelohnt). Die Austreibung »böser Frauen« im Literaturbetrieb thematisiert Sara Rukaj und Chris Weinhold spricht mit Rita Bischof über Elisabeth Lenk, deren kritische Schriften diese Tage erscheinen.
Stichwort Arbeit, Mühen und Lohn: Paul Schuberth rezensiert ein neues Buch von Kathrin Birner und Stefan Dietl zu aktuellen und vergangenen Arbeitskämpfen um freie Zeit während Ralf Petersen dem Geist der Arbeiter:innenklasse anhand einer Essaysammlung von Cynthia Cruz nachspürt.
Ein Wille zum Widerstand ist auch das gemeinsame Moment der neuen Bücher von Brigitte Rath und Andreas Pavlic, aus denen wir hier einige Elemente in Austausch gebracht haben. Stephan Grigat und Karin Stögner präsentieren einen von ihnen herausgegebenen Sammelband zum Anstieg des globalen Antisemitismus nach dem 7. Oktober und Magdalena Taube und Krystian Woznicki von der Berliner Gazette berichten über die von ihnen Ende 2025 veranstaltete Konferenz »Pluriverse of Peace«. Außerdem schreibt Magnus Klaue über den Begriff der Ökologie und heinrichantonschule über das Konzert von Yuri Landman vom Dezember letzten Jahres im Rahmen des Tangible Music Clubs, der 2026 mit weiteren Konzerten aufwartet.
Überhaupt: Wer möchte, kann einige Themen der Ausgabe veranstaltungsförmig in der Stadtwerkstatt vertiefen. Am 8. März beim feministischen Kampfsonntag, am 8. April bei einer Doppellesung mit Brigitte Rath und Andreas Pavlic, sowie am 1. Mai (nachdem die einen am Hauptplatz gelobt haben, die Müßiggänger – gemäß Strophe 3 der Internationale – beiseite zu schieben und die anderen mit den Charts(Volks)Stürmern von der John Otti Band ihrem Wahnkanzler Kickl zugebrüllt haben). Mehr Veranstaltungen auf der Rückseite, das Bild der Titelseite stammt von Herzblutwiese Stadtwerkstatt.
Von der Sonnenseite grüßt
die Redaktion